Wahlen 2026 der Berufskommissionen – Kandidaturen bis zum 15. Oktober

Ein Beitrag von Oliver Koch:
Im November 2026 finden die Wahlen zu den Berufskommissionen der reglementierten Gesundheitsberufe statt.
Übersicht der reglementierten Gesundheitsberufe / Professions de santé réglementées Alle fünf Jahre bestimmen die Angehörigen der jeweiligen Berufe neu, wer sie in ihrer Berufskommission vertreten soll.
Warum sich eine Kandidatur lohnt
Die Mitarbeit in einer Berufskommission bietet die Möglichkeit, die Entwicklung des eigenen Berufs aktiv mitzugestalten. Dabei geht es um Themen, die uns unmittelbar betreffen: Aufgaben und Kompetenzen der Gesundheitsberufe, Ausbildung und Weiterbildung, Berufsausübung, Deontologie sowie zukünftige gesetzliche und reglementarische Entwicklungen.
Die Mitarbeit ist gleichzeitig ein Türöffner für eine weitere Mitgestaltung. Aus der Arbeit der Berufskommissionen und des CSCPS ergeben sich Möglichkeiten, in Arbeitsgruppen, Kommissionen und bei konkreten fachpolitischen Themen mitzuwirken. Man bekommt Einblick in Entwicklungen, bevor diese abgeschlossen sind, kann die Sicht des eigenen Berufs einbringen und damit tatsächlich Einfluss auf die Berufs- und Gesundheitspolitik nehmen – im FHL-Sektor, im Bereich der COPAS und darüber hinaus.
Die Themen sind manchmal komplex und die Mitarbeit braucht etwas Zeit. Sie ist aber auch interessant, abwechslungsreich und sinnvoll. Vor allem bietet sie die Möglichkeit, nicht nur über die Entwicklung des eigenen Berufs zu diskutieren, sondern selbst daran mitzuwirken.
Was machen die Berufskommissionen?
Ganz kurz: Die Berufskommissionen beschäftigen sich mit den spezifischen Fragen ihres jeweiligen Gesundheitsberufs. Sie bringen ihre fachliche Sicht insbesondere bei Fragen zur Berufsausübung, Ausbildung, Deontologie und Reglementierung in die Arbeit des Conseil supérieur de certaines professions de santé (CSCPS) ein.
Und wie geht es danach weiter?
Mit der Wahl der Berufskommissionen ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Im kommenden Jahr bestimmen die neu gewählten Berufskommissionen aus ihren Reihen die Vertreter, die sie im CSCPS vertreten. Die jetzigen Wahlen entscheiden damit auch darüber, wer künftig im CSCPS mitarbeitet und dort die Entwicklung der reglementierten Gesundheitsberufe mitgestaltet.
Eine Reform bleibt notwendig
Ich bedaure sehr, dass es trotz der seit Langem geführten Diskussionen und verschiedener Blockaden nicht gelungen ist, noch vor diesen Wahlen eine weitergehende Reform auf den Weg zu bringen. Für mich ist das eine verpasste Chance.
Dabei geht es um deutlich mehr als um eine Änderung der Sitzverteilung. Die heutige Struktur stammt in ihren Grundzügen aus den 1990er-Jahren und bildet die Realität der reglementierten Gesundheitsberufe an verschiedenen Stellen nicht mehr ausreichend ab:
Jeder Beruf gehört an den Tisch. Nicht jeder reglementierte Gesundheitsberuf ist heute mit einem eigenen Vertreter und einer eigenen Stimme im CSCPS vertreten. Künftig sollte jeder Beruf über seine gewählte Berufskommission gleichberechtigt im CSCPS vertreten sein.
Auch die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche müssen im CSCPS ankommen. Ein gutes Beispiel sind die Aides-soignants: Der extrahospitaläre Bereich ist in ihrer Berufskommission vertreten, findet aufgrund des heutigen Auswahl- und Verteilungssystems aber keinen entsprechenden Zugang zum CSCPS. Gerade angesichts der Bedeutung dieses Bereichs ist das schwer nachvollziehbar.
Der CSCPS braucht mehr Eigenständigkeit. Perspektivisch sollte er eine eigene Rechtspersönlichkeit und eine institutionelle Stellung ähnlich dem Collège médical erhalten. Wenn die reglementierten Gesundheitsberufe mehr Verantwortung für die Entwicklung ihrer eigenen Professionen übernehmen sollen, braucht es dafür auch die entsprechenden Strukturen, Kompetenzen und Mittel.
Eine Reform muss deshalb weiter gehen als eine neue Zusammensetzung des CSCPS. Es geht um die Vertretung aller Berufe und ihrer unterschiedlichen Tätigkeitsfelder, um die Rolle der Berufskommissionen und letztlich um die Frage, wie viel Verantwortung die Gesundheitsberufe bei der Gestaltung und Weiterentwicklung ihrer eigenen Professionen übernehmen können.
Diese Diskussion muss nach den Wahlen weitergehen. Dass die Reform diesmal nicht rechtzeitig gelungen ist, ändert nichts an der Notwendigkeit, sie weiterzuführen.
Gleichzeitig sollten wir die Möglichkeiten nutzen, die bereits heute bestehen. Dafür braucht es Kolleginnen und Kollegen, die Interesse an ihrem Beruf haben und Lust darauf, sich einzubringen.
Wer kann kandidieren?
Wählbar ist, wer zum Zeitpunkt der Wahlen mindestens 21 Jahre alt ist und den betreffenden Beruf während mindestens drei der letzten fünf Jahre tatsächlich mindestens halbtags ausgeübt hat.
Bei Angestellten ist die entsprechende Berufsausübung durch den bzw. die Arbeitgeber nachzuweisen. Für Selbstständige sieht das Reglement den Nachweis vor, dass innerhalb der letzten fünf Jahre an mindestens 750 Tagen Leistungen im jeweiligen Beruf erbracht wurden. Hinzu kommen die weiteren im offiziellen Aufruf genannten Nachweise.
Die Kandidatur muss spätestens am 15. Oktober 2026 per Einschreiben beim Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit eingereicht werden.
Maßgeblich ist der Poststempel.
Offizieller Wahlaufruf des Ministeriums
Alle Informationen zur Wahl, zu den Voraussetzungen für eine Kandidatur, den erforderlichen Nachweisen sowie das Bewerbungsformular finden sich im offiziellen Aufruf des Ministeriums für Gesundheit und soziale Sicherheit:
Information des CSCPS
Der CSCPS bittet darum, den offiziellen Wahlaufruf möglichst breit weiterzugeben, damit interessierte Kolleginnen und Kollegen von den anstehenden Wahlen erfahren und gegebenenfalls ihre Kandidatur für eine Berufskommission einreichen können. Ansprechpartnerin beim CSCPS ist Jennifer Santiago, Secrétaire administrative, Tel. (+352) 247-75585, E-Mail: secretariat.cscps@ms.etat.lu.
Fragen oder Interesse an einer Kandidatur?
Wer Fragen zur Arbeit der Berufskommissionen, zum CSCPS oder zu einer möglichen Kandidatur hat, kann sich gerne direkt an Oliver Koch, Mitglied des CSCPS und ehemaliger Generalsekretär des CSCPS, wenden.
Alternativ steht euch natürlich auch das Büro der Personaldelegation zur Verfügung.


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